So erleichtert eine Software den Start des KI-Marktplatzes

„Mehr als die Hälfte aller Unternehmen scheitern in der Geschäftsmodellentwicklung, weil sie Komplexität reduzieren, anstatt sie zu nutzen“, sagt Marvin Wiest, Gründer und Co-CEO von Ventecon. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht Geschäftsmodelle durch den ‚Network-Based View‘ – einem neuen Ansatz der Geschäftsmodellentwicklung – zum Fliegen zu bringen.

In seiner Kindheit hat Wiest Baumhäuser gebaut, Fußballclubs gegründet, eigene Kartenspiele entwickelt und träumte davon Erfinder zu werden. Heute analysiert und simuliert er Marktinterventionen, mit seiner eigenen Software. Damals wie heute an seiner Seite: Patrick Beckedorf. Mit ihm hat Wiest sich im vergangenen Jahr seinen Kindheitstraum erfüllt und das Karlsruher Start-up-Unternehmen Ventecon gegründet.

Software strukturiert komplexe Märkte

Für ihren Blick auf die Netzwerke greifen die beiden Jungunternehmer auf Ventecons Network Mining Software zurück: Ein Programm, das komplexe Märkte strukturiert und einen Überblick über Rollen, Akteure und deren Beziehungen im jeweiligen Wertschöpfungsnetzwerk verschafft.

Wie kann diese Software dem KI-Marktplatz zum Erfolg verhelfen? Seit Ende April ist Ventecon Partner im Projekt KI-Marktplatz und nimmt den Markt für KI genau unter die Lupe. „Im KI-Marktplatz nutzen wir die Software, um in einem ersten Schritt den Markt für KI zu analysieren und einem zweiten Schritt zu sehen, welche Auswirkungen es hat, wenn wir in diesem Markt unseren KI-Marktplatz platzieren“, sagt Leon Özcan, Projektleiter des KI-Marktplatzes.

Bewährte Methodik

Die Modellierung und Analyse des Wertschöpfungsnetzes mit der Software obliegt dabei Katrin Menke von UNITY. Die Managementberatung für Innovation und Digitale Transformation ist Konsortialpartner im Projekt. Die (Re-)Konstruktion und Analyse von Wertschöpfungsnetzen ist bei UNITY eine bewährte Methodik der Geschäftsmodellprüfung und -entwicklung.

„In den vergangenen Jahren haben sich die Marktakteure immer mehr vernetzt, insbesondere im B2B-Geschäft. Damit ist die Komplexität in den jeweiligen Märkten deutlich gestiegen“, erläutert die Expertin. Die Software von Ventecon ermögliche es, diese Komplexität und die Dynamik des KI-Marktes übersichtlich darzustellen und sie für den geplanten KI-Marktplatz nutzbar zu machen. Die aus den Analysen gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Geschäftsmodellentwicklung des KI-Marktplatzes ein.

Erkenntnisse ableiten

Mit Hilfe der Software von Ventecon modelliert UNITY in einem iterativen Prozess zunächst den KI-Markt ohne den KI-Marktplatz. „Wir möchten herausfinden, in welcher Beziehungen die verschiedenen Rollen im Markt zueinanderstehen und welche Mechanismen zwischen ihnen wirken“, erklärt Katrin Menke. Überrascht habe sie dabei die hohe Fragmentierung des KI-Marktes. Um ein möglichst reales Abbild des Marktes zu erlangen, steht sie für die Modellierung und Analyse im engen Austausch mit ihren UNITY-Kollegen, Ventecon und weiteren KI-Marktplatz-Partnern.

„Über ein digitales Whiteboard kann implizites Wissen explizit gemacht werden, bereits vorhandene Daten können über ein ausgefeiltes Plugin-System der Software eingespielt werden“, sagt Markus Lau, Business Developer von Ventecon.

Ordnung per Mausklick

Per Mausklick erscheint das Netzwerk als übersichtliche Karte, jede Rolle wird als Kreis abgebildet. Alle Kreise sind mit Linien verbunden. Die Linien stellen die Wertströme zwischen den Rollen dar. Vier Farben stehen für vier Cluster, die Katrin Menke mit Hilfe der Software identifiziert hat: Infrastruktur, Wertschöpfung, regulierende Rollen, Kommunikation.

„Die Rollen in den Clustern zeigen ähnliche Interaktionsmuster und ihre Werteversprechen hängen inhaltlich zusammen“, erklärt Katrin Menke. Was auffällt: Ein paar Kreise sind größer als die anderen.

Diese Rollen sind für den KI-Marktplatz zentral

Diese Rollen erscheinen nach Durchführung einer automatisierten Struktur-Analyse für das Gesamtnetzwerk besonders relevant. So bündeln und teilen vor allem ‚AI-Developer und -Implementer, sowie die ‚Manucfacturing Industry‘, ‚Data Scientist‘ und das ‚Business Consulting‘ viele Informationen. Mehr möchte sie nicht verraten, schließlich gebe es so eine Analyse des KI-Marktes noch nicht. Eins sei aber klar: „Für das Geschäftsmodell des KI-Marktplatzes ist das Netzwerk von hoher Relevanz“, sagt Katrin Menke.

Ausblick

Auf Grundlage der eingepflegten Daten und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wird im nächsten Schritt untersucht, welche Auswirkungen es hat, wenn der KI-Marktplatz Bestandteil des derzeitigen Marktes für KI wird. „Das Ziel ist, anhand der Daten verschiedene Szenarien aufzeigen zu können, wie das Geschäftsmodell des KI-Marktplatzes im Markt für KI besonders gut funktionieren kann“, sagt Ventecon-Gründer Marvin Wiest.

Mit Hilfe der Netzwerklandkarte sei es nun möglich, den Markt besser als zuvor zu verstehen, zu bewerten, gewinnbringende Business Cases zu identifizieren und Empfehlungen zur Operationalisierung abzuleiten. Doch das letzte Wort in der Geschäftsmodellentwicklung habe noch immer der Mensch.

„Wir möchten die menschliche Intelligenz nicht ersetzen, sondern mittels künstlicher Intelligenz erweitern“, erklärt Ventecon-Gründer Patrick Beckedorf. „So dass wir auch in einer volatilen, ungewissen, komplexen und mehrdeutigen Welt Vertrauen in unsere Geschäftsmodelle haben können.“

Weitere Informationen
www.ventecon.de
www.unity.de

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