Ruslan Bernijazov im Gespräch

Künstliche Intelligenz (KI) steht im Zentrum der Aktivitäten des KI-Marktplatzes. Wie sich dies insbesonderen auf die Plattform aber auch in den Pilotprojekten niederschlägt, erklärt Ruslan Bernijazov, technischer Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM.

Ruslan Bernijazov, für solche, die den KI-Markplatz noch nicht kennen – was ist das eigentlich, was machen Sie in dem Projekt?
Der KI-Marktplatz ist eine einzigartige Plattform für Künstliche Intelligenz (KI) in der Produktentstehung. Sie bringt KI-Experten, Anbieter und Anwender zusammen, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz optimal zu nutzen.

Das Matching von Anbietern und Nutzern wird dabei von einer speziellen KI auf der Plattform unterstützt. Doch das ist nicht alles. In Zukunft kommen weitere Funktionen hinzu: ein App-Store für KI-Lösungen, ein geschützter Raum für Entwicklungs- und Testdaten sowie ein KI-Baukasten, wo standardisierte KI-Lösungen für die Entwicklung neuer Lösungen verwendet werden können

An der Plattform arbeiten wir vom Fraunhofer IEM gemeinsam mit 18 weiteren Partnern aus Industrie und Forschung.

Das klingt interessant: Wie sind Sie auf die Idee des KI-Marktplatzes gekommen?
Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Künstliche Intelligenz ein wichtiges und aktuelles Thema ist – schon lange nicht mehr nur im Consumerbereich, sondern auch im B2B-Markt. Sie steht für Innovation und kann vor allem in der Produktentstehung einen entscheidenden Beitrag leisten. Denn hier sind viele Potenziale einfach noch nicht ausgeschöpft.

Das wurde uns klar, als wir umfangreiche Markt- und Wettbewerbsstudien sowie zahlreiche Experteninterviews durchgeführt haben. Hinzukommt, dass wir in Deutschland sowohl die Expertise im Bereich KI als auch in der Produktentstehung haben. Dadurch hatten wir schnell eine starke Ausgangslage. Entscheidend war es allerdings auch, zügig weitere starke Partner für unsere Idee zu gewinnen und so unsere Wissensbasis und unsere Community zu vergrößern.

Was genau unterscheidet den KI-Markplatz von anderen Anbietern von KI-Lösungen?
Ein wesentlicher Faktor ist sicherlich unser inhaltlicher Schwerpunkt: unsere Wettbewerbsanalyse hat gezeigt, dass unser Konzept eines Marktplatzes für KI in der Produktentstehung einen weißen Fleck in der Wettbewerbslandkarte adressiert. Zwar existieren zahlreiche Lösungen, die konkreten Problemstellungen aus der Produktentstehung aufgreifen, aber es gibt aktuell noch keine zentrale Anlaufstelle für Lösungsanbieter, KI-Experten und Anwender.

Der zweite spannende Faktor ist aus meiner Sicht, dass wir mit dieser Plattform auf eine bestehende Community aufsetzen. Nicht nur mit dem Technologie-Netzwerk it’s OWL, sondern auch mit unseren Partner-Communities wie prostep ivip oder FIWARE, schaffen wir ein Ökosystem rund um die digitale Plattform, das Unternehmen, die sich am KI-Marktplatz beteiligen, sicherlich einen Mehrwert bieten wird.

Und wo kommt die KI ins Spiel?
Künstliche Intelligenz steht, wie der Name schon sagt, im Zentrum unserer Aktivitäten. Das zeigt sich zum einen in den Pilotprojekten, in denen wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Industrie KI in verschiedenen Phasen der Produktentstehung bis hinein in die Produktion beleuchten. Zum anderen bildet die Bereitstellung von maßgeschneiderten Standards, Methoden und Tools zur Entwicklung neuer KI-Lösungen für die Produktentstehung eine Kernaktivität des Gesamtprojektes. Perspektivische wird unser App-Store auch die Bereitstellung von fertigen KI-Lösungen sowie standardisierter Lösungsbausteinen ermöglichen. Darüber hinaus bildet der Einsatz künstlicher Intelligenz auf der Plattform selbst ein entscheidendes Element zur Realisierung intelligenter Plattformfunktionen für die Endnutzer. So wird KI bspw. genutzt um ein automatisiertes Matching von KI-Anbietern und KI-Anwendern zu ermöglichen.

Wo siehst du den KI-Marktplatz in fünf Jahren?
Der KI-Marktplatz hat sich als die Plattform und Anlaufstelle für KI in der Produktentstehung in Deutschland, möglicherweise auch in Europa, etabliert. In einem sicheren Datenraum können Anbieter und Nutzer von KI vertrauensvoll zusammenarbeiten und Lösungen austauschen. KI-Entwickler nutzen den App-Store um standardisierte Lösungen zu vertreiben aber auch um notwendige Lösungsbausteine zu erwerben. Die Bereitstellung von maßgeschneiderten Standards und Tools für KI in der Produktentstehung trägt der KI-Marktplatz darüber hinaus maßgeblich zur einer Effizienzsteigerung in der Entwicklung neuer Lösungen bei. Außerdem werden wir im dritten Projektjahr intensiv am internationalen Roll-out arbeiten, sodass ich zuversichtlich bin, dass wir in fünf Jahren stabile Kontakte zu KI-Communities in Asien und Nordamerika etabliert haben, sodass auch unser Lösungsspektrum auf dem Marktplatz immens anwachsen wird. So möchten wir unseren Beitrag leisten, das „AI made in Germany“ ein weltweit anerkanntes Gütesiegel wird.

 

Weitere Experteninterviews gibt es hier:

Marc Foullois, Fraunhofer IEM
Ulrich Ahle, FIWARE Foundation
Chris Baisch, UNITY AG
Alain Pfouga, prostep ivip
Christoph Mertens, IDSA

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